Anglizismus des Jahres

Anatol Stefanowitsch hat es geschafft: Statt all den Anglizismennörglern ihre Unlogik im Bemühen um Sprachreinheit nur vorzuführen, dreht er den Spieß einfach um und lässt den „Anglizismus des Jahres“ wählen. Das aktuell auserkorene „Shitstorm“ ist in aller Munde und gernaufgegriffenes Thema in Tagesbegleitprogrammen und sonstigen Medien.

Aus sprachlich-pragmatischer Sicht hat die Aktion jedoch versagt, denn sie lenkt die Aufmerksamkeit auf ein bereits etabliertes Wort, bietet aber keine begriffliche Alternative an.

Das ist auch in der Tat nicht einfach. Shitstorm, das ist eine sich aufschaukelnde reflexhafte, streisandeffektbehaftete Unmutsäußerung gegenüber einer unliebsamen Meinung, Darstellung oder eines Vorganges, ein verbales Niedermetzeln im Internet, mit Elementen der Empörung, Wut, des Pöbelns, aber auch der sachlichen Kritik. Die von Wikipedia genannte „Empörungswelle“ trifft es nicht ganz (man würde eher noch von „einer Welle der Empörung“ sprechen), weswegen „Shitstorm“ durchaus seine Berechtigung hat und entsprechende Verbreitung gefunden.

Wie könnte man Shitstorm noch eindeutschen? Vorschläge sind willkommen!



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