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Frösteln garantiert: „Ohne Wenn und Aber“ von Birgit Gruber

Kati Blum hatte sich gerade ein neues Leben in einer ihr fremden Stadt aufgebaut. Für den Mann, den sie liebte, hatte sie ein neues Leben begonnen, hatte gerade neue Freunde gefunden – da macht ein Herzinfarkt, an dem ihr Mann verstirbt, alles zunichte. Doch just als sie ihren Platz im Leben wiedergefunden hat, macht ihr ein großes Geheimnis selbiges zur Hölle. War ihr Mann etwa nicht der, für den sie ihn hielt? Was hatte er mit Personen zu tun, die sie bedrohten? Was wollten sie von ihr? Ein Abenteuer um Leben und Tod beginnt.

Cover Ohne Wenn und Aber

„Ohne Wenn und Aber“ ist der erste Kriminalroman um Kati Blums Abenteuer. Die Autorin, Birgit Gruber, betritt damit Neuland, denn ihre Erfolgsromane wie „Der Mann im Kleiderschrank“ oder „Warum einfach, wenn umständlich viel schöner ist“ spielten bislang nicht im Kriminalmilieu, sondern waren klassische Liebeskomödien. Mit dem vorliegenden Stoff verquickt Gruber dieses Genre mit den düstereren Seiten der Unterwelt und nimmt dazu auch Anleihen beim Roadmovie.

Das geht etwas zu Lasten der komödiantischen Seiten, mit denen die Schriftstellerin bislang reüssierte. Der Plot will sich nicht recht festlegen, ob er Krimi oder Liebesgeschichte sein will. Die vielen Fettnäpfchen, in die die Protagonistinnen aus Grubers Romanen stets zielsicher treten, fehlen aber auch diesmal nicht, sind allerdings, der Rahmenhandlung geschuldet, ein Stück weit vorhersehbarer.

Das Kunststück, zwei eigentlich eigenständige Genres miteinander zu einem stimmigen neuen Gesamtwerk zu verschmelzen, gelingt. „Ohne Wenn und Aber“ baut eine neuartige Brücke zwischen Krimi und Love-Story. Damit beweist Gruber abermals ihr Talent, das Beste aus mehreren Welten zwischen zwei Buchdeckeln zu realisieren. Es ist damit ein Buch der Gegensätze, die sich ineinandergreifend zu einer spannungsgeladenen Geschichte formen, unterstützt von einer die Handlung durchziehenden Winteratmosphäre, welche selbst beim Lesen im Hochsommer für ein wohliges Frösteln sorgt.

Neugierig darauf, wie es mit Kati wohl weitergeht, dürfen wir uns auf neue spannende Kati-Blum-Krimis aus der Feder von Birgit Gruber freuen. Fehler-Haft.de zeichnete verantwortlich für die Redigierung des Romans.

1. Auflage 2017, BoD, 216 Seiten, ISBN 978-3744868341


Alternatives dt. Sprachpaket für Firefox 55 ist erschienen

Nachdem gestern bereits der neue Firefox 55 erschienen ist, steht nun auch das dazugehörige alternative deutsche Sprachpaket auf der Projektseite zum Herunterladen zur Verfügung.

Ist das Sprachpaket bereits installiert, aktualisiert es sich auf Wunsch auch selbst durch die Firefox-eigene Aktualisierungsfunktion.

Alternatives deutsches Sprachpaket (DE-ADE) für Firefox 55


Neu im Regal: Mitzi aus dem Vorderhaus

BuchcoverDie episodenhaften Geschichten der „Mitzi aus dem Vorderhaus, 2. Stock“ erinnern ein wenig an die fabelhafte Amélie, die in ihrem Appartement mitten in einem Pariser Arrondissement auf kleine Helden, große Unsympathen, urige Geschäftsleute und grantelige Alteingesessene trifft.

In München geht es bisweilen nicht weniger liebenswert-skurril zu, doch Autorin wie Protagonistin Mitzi Irsaj manipuliert ihre Mitmenschen nicht, sie bleibt vordergründig in der Rolle der feinsinnigen Beobachterin. Einer Beobachterin, die sich den Einflüssen ihrer Umgebung natürlich nicht vollständig entziehen kann, sondern Teil der Welt ist, in die auch die Leserschaft gleich hineingesogen wird.

Das alltägliche Leben in der bayerischen Metropole wird hier auf herrlich pointierte Art dokumentiert und in Geschichten gegossen, die mitunter so phantastisch wirken, dass man kaum glauben mag, wie nah an der Realität sie in Wirklichkeit sind. Fehler-Haft.de hat die Redigierung des Buches übernommen.

Mitzi Irsaj
Mitzi aus dem Vorderhaus, 2. Stock
ISBN 978-1521147498


Rechtschreibregeln auf dem neusten Stand

Die amtliche deutsche Rechtschreibung wurde Ende Juni 2017 geringfügig erweitert und modifiziert. Seit heute ist auch unsere Web-Version der Rechtschreibregeln auf dem neuesten Stand:

Deutsche Rechtschreibung – die amtlichen Regeln


Verbreiteter Irrtum

„Aus Doppel-S wird nun Eszett“ – so lautet die Zusammenfassung landauf, landab zum neuen deutschen Großbuchstaben. Die Darstellung ist allerdings stark verkürzt.

Richtig ist: der Normalfall ist auch weiterhin die Transformation zu SS, wenn ein kleines Eszett in Großbuchstaben dargestellt werden soll.

Das große Eszett ist nur eine weitere Möglichkeit.


Neue Rechtschreibung 2017: Ketschup und Majonäse sind aus

Nach 7 Jahren wurden die amtlichen Rechtschreibregeln wieder einmal modifiziert und geringfügig an den Sprachgebrauch angepasst. „Schon wieder umlernen“, wie manche Zeitung schon schrieb, braucht man aber nicht, abgesehen von wenigen Eindeutschungen, die etwa mit der Rechtschreibreform eingeführt wurden, sich aber nicht durchgesetzt haben. Die übrigen Neuigkeiten beschränken sich auf neue zulässige Variantenschreibungen.

Die folgenden Wörter sind ab sofort keine gültige Rechtschreibung mehr:

Ketschup, Majonäse, Roulett, Wandalismus, Negligee, Varietee, Kargo, Nessessär, Bravur, Kommunikee, bravurös, Kollier, Campagne, Frotté, Grislibär, Joga, Jockei, Komplice, Kalvinismus, Belkanto, Kanossa, Kanossagang, Anschovis, Masurka, passee, Rakett

Den lustigen Kupon gibt es aber weiterhin, ebenso wie das „Dekolletee“ und die „Spagetti“.

Die konsequente Kleinschreibung wird zudem weiter aufgebrochen, Grußkartenschreiber können endlich aufatmen: „Frohes Neues Jahr“ ist nun keine falsche Schreibweise mehr. Für Puristen bleibt aber auch das Frohe neue Jahr weiterhin korrekt.

Außerdem kann man nun auch offiziell das Eszett als Großbuchstaben benutzen.


Darauf hat die Welt gewartet: Das Eszett als Großbuchstabe

Das Echo war bislang eher verhalten, doch der 27. Juni 2017 ist ein besonderer Tag für die deutsche Schrift – und für Orthographiepingel, Sprachfreunde, Deutschlehrer, Typographen und Lektoren –, denn so etwas passiert nicht alle Tage: das Deutsche bekam ganz offiziell einen neuen Buchstaben.

Nun ist es also auch offiziell, nachdem die technischen Voraussetzungen bereits geschaffen worden waren: Das Deutsche hat einen neuen Buchstaben. Die Kultusministerkonferenz hat die Vorschläge des Rechtschreibrates übernommen und das Eszett eingeführt – als großen Buchstaben. In den Rechtschreibregeln heißt es nun:

E3: Bei Schreibung mit Großbuchstaben schreibt man SS. Daneben ist auch die Verwendung des Großbuchstabens ẞ möglich. Beispiel: Straße – STRASSE – STRAẞE.

Traditionsbewusste Typographen können ob der Grausamkeit, eine Ligatur (die niemals am Wortanfang vorkommt) zum Großbuchstaben zu adeln, nur verzweifelt den Kopf schütteln, doch nun haben wir den Salat: In japanischen Gebrauchsanleitungen wird vielleicht künftig statt einem B als ß-Ersatz nun der umgekehrte Fall eintreten – und wir werden bald das große Eszett als B-Ersatz erleben.

Es bleibt abzuwarten, ob sich der neue Buchstabe irgendwann auch auf deutschen Tastaturen wird finden lassen, etwa so, wie das Eurozeichen auf der E-Taste zuletzt hinzukam. Wahrscheinlich nicht, denn das Anwendungsgebiet bleibt weiterhin denkbar gering – und die bisherige Lösung, ein scharfes S bei Darstellung in Großbuchstaben als Doppel-s darzustellen, weiterhin erlaubt.

Doch auch ohne reservierte Taste kann man den Buchstaben auf modernen Computersystemen auch jetzt schon tippen: Unter Windows, z. B. in Word, erzeugt man das ẞ mit der Tastenkombination Strg+Shift+ß. Unter Linux gelingt es mit AltGr+Umschalt+S.